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26.05.2017
St. Bartholomäus

Besuch der ACK Zeilsheim im Baha'i-Tempel in Hofheim-Langenhain

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Frankfurt-Zeilsheim blickt in ihrer Arbeit über den Bereich der christlichen Gemeinden und Kirchen hinaus. So gehört zu ihrem Jahresprogramm auch ein Besuch anderer religiöser Bekenntnisse wie der Juden und des Islam.


Am 18. Mai war eine sehr interessierte Gruppe evangelischer und katholischer Christen bei der Baha'i-Gemeinde in Hofheim- Langenhain, also in der Nähe von Zeilsheim. Dort erlebten die Damen und Herren in einem Filmvortrag und anschließend beim Besuch des imposanten Baha'i-Tempels eine Zeit intensiver religiöser Betrachtung und innerer Einkehr. Schon der indische Philosoph Mahatma Gandhi hat gesagt "Der Baha'i-Glaube ist der Trost der Menschheit". Das ist sicher eine Erkenntnis, der sich auch die Christen und die Anhänger der anderen Religionen auf der Erde nicht verschließen können und auch nicht sollten. Die Baha'i erkennen alle religiösen Gemeinschaften an, ganz gleich, was sie im Einzelnen bekennen und wo sie beheimatet sind. Kein evangelischer Christ, kein Katholik verrät seinen Glauben, wenn er die Prinzipien der Baha'i achtet, deren Religion aus dem Islam entsprungen ist, die seine Stifter Sayyid Ali Muhammad Schirasi und Mirza HusaynAla Nuri im 19. Jahrhundert begründet haben. Beide wurden von den damaligen politischen Machthabern blutig verfolgt, wie das leider bis heute auch unter religiösen Konkurrenten immer wieder der Fall ist. Bei der Führung erhielten die Zeilsheimer Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Informationen über den Inhalt der Bahai-Religion.

  • Die ganze Menschheit ist als Einheit zu betrachten.
  • Alle Religionen haben eine gemeinsame Grundlage.
  • Die Religion muss die Ursache der Einigkeit und Eintracht unter den Menschen sein.
  • Die Religion muss mit Wissenschaft und Vernunft übereinstimmen.

Das erklärte auch seinerzeit Papst Benedikt XVI. Selbstverständlich fordern die Anhänger der Baha'i-Religion die völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau und eine Erziehung der Kinder gegen die Anerkennung von Vorurteilen gegenüber Angehörigen anderer Völker, Kulturen und Religionen. Ein oberstes Ziel aller Bemühungen ist die Herstellung des Friedens unter allen Menschen auf der Erde. Ein Diktum in dem Film, den die Zeilsheimer Besucher sahen, lautete: Verkehrt in den Beziehungen mit den Anhängern aller Religionen im Geist der Kameradschaft. Nach einer sehr interessanten Aussprache besuchte die Gruppe den wirklich eindrucksvollen Baha'i-Tempel. Dort betete sie das christliche Vaterunser und eine Anrufung an den allmächtigen Gott, der auch nach dem religiösen Bekenntnis der Baha'i-Gläubigen der Herr der Welt ist. An diesen Besuch dürften die Zeilsheimer, die die Baha'i-Gemeinde erkundeten, noch lange dankbar denken.

Dr. Wilhelm Platz