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30.01.2018
Pastoraler Raum, Pfarreiwerdung

"Ein Signal des Rückenwinds"

Werden - Gründen - Wachsen: Mit diesen drei Wörtern beschrieb Bischof Dr. Georg Bätzing in seiner Predigt die verschiedenen Stationen auf dem Weg hin zur Pfarrei Sankt Margareta.


Gründungsgottesdienst Sankt Margareta am 28.01.2018


Eine lange Zeit des Werdens, des Annäherns, teilweise anstrengenden Ringens und auch des Abschieds von Gewohntem lag bereits hinter den über 1000 Gläubigen, die gemeinsam in der Kirche St. Josef (Höchst) die Gründung der neuen Pfarrei mit einem festlichen Gottesdienst feierten. "Heute ist der Tag der Pfarreigründung. Viele werden sich noch sehr lange an diesen Tag erinnern. Gerade für die vielen engagierten Ehrenamtlichen ist dieser Gründungstag ein Signal des Rückenwinds", ermutigte Bischof Bätzing die große Zahl der Gottesdienstbesucher, die teilweise in den Seitenschiffen der Kirche standen, weil die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Bewährtes bewahren und Neues wagen

Doch der Reihe nach: Der Tag, auf den über 100 Ehrenamtliche intensiv hingearbeitet hatten, begann mit einer Statio in der karolingischen Justinuskirche, dem ältesten erhaltenen Gebäude von Frankfurt am Main und einer der ältesten Kirchen in Deutschland. Bischof Bätzing segnete dort Tafeln mit dem Abbild der Heiligen Margareta, die als Zeichen der neuen Einheit in den sieben Kirchen der Pfarrei angebracht werden. Die Justinuskirche, seit 1298 der Heiligen Margarete geweiht, wurde feierlich zur neuen Pfarrkirche erklärt. Als die Choralschola das „Veni Creator“ anstimmte, verbanden sich der ehrwürdige Kirchenraum mit dem feierlichen Gesang aus dem 9. Jahrhundert - eine Gänsehauterfahrung!
In einer feierlichen Prozession ging es von der Justinuskirche durch die Gassen der Höchster Altstadt mit Weihrauch, Kreuz und Bannern der Gemeinden, der Kolpingvereine, der KAB und DPSG und mit über 35 Messdienern in die Kirche St. Josef, wo bereits der Großteil der Gemeindemitglieder aus Zeilsheim, Sindlingen, Unterliederbach, Höchst und Sossenheim warteten. Hauptzelebrant Bischof Bätzing feierte zusammen mit den Konzelebranten Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz, Pfarrer Martin Sauer und Kooperator Christian Enke das Pontifikalamt. Daneben nahmen weitere Geistliche und Seelsorger am Gottesdienst teil: Monsigniore Michael Metzler, Subsidiar Wolfgang Steinmetz, Fr. Joseph Clifford, Pfarrer i.R. Richard Weiler, Akolyth Matthias Thiel, Pfarrer Aaron Samuel von der Eritreisch-orthodoxen Gemeinde und die Pastoral- und Gemeindereferenten der Pfarrei.

Ein Orchester und ein mehrstimmiger Chor

Gleich zu Beginn wurde Martin Sauer offiziell zum Pfarrer der neuen Pfarrei Sankt Margareta ernannt. Pastoralreferent Franz-Karl Klug überreichte ihm im Namen der Gemeinden und des Pastoralteams einen Taktstock. "Auf dem ersten rundBlick haben wir getitelt `Auftakt - fünf Gemeinden, ein Akkord´. In der Sprache der Musik bist du der Dirigent mit einem Orchester und einem vielstimmigen Chor", erklärte Klug das Geschenk.
Mit einem Auszug aus ihrem Repertoire gestalteten dann auch die Gemeindechöre Gemeindechöre (Höchster Kantorei, Chor „Phosannajets“, St. Johannes Ap. und Kirchenchor „Cäcilia“, St. Bartholomäus sowie Liturgischer Singkreis St. Michael)  zusammen mit der Band aus St. Dionysius, den Gottesdienst mit und sorgten für den feierlichen Rahmen.

Dem Glauben Zukunft geben

Nach dem Gottesdienst begann dann auch schon die Zeit des Wachsens mit dem Empfang im beheizten Zelt auf dem Platz vor der Justinuskirche - ein Stück Verbundenheit unter den sich teils noch fremden Mitgliedern der neuen Pfarrei Sankt Margareta, denen der Glaube an Jesus allen gemein ist, so hatte es Bischof Bätzing während des Gottesdienstes gepredigt. Der Abbruch von Gewohntem, die kritische Situation der Kirche in der heutigen Zeit, die nicht gerade rosige Außenansicht auf die Kirche - all dies bereitet den Gläubigen Sorge, so Bischof Bätzing und geht damit noch einmal auf die Fragen und Ängste der Gläubigen ein, die er als Bischof gut verstehe. Es sei daher umso wichtiger, heute Fragen zu stellen, wie zum Beispiel: Wozu sind wir da? Für wen? Welche Angebote können wir den Menschen machen? Die Antwort, die eine neue Pfarrei auf diese Fragen geben kann ist für Bischof Bätzing klar: "Wir wollen dem Glauben Zukunft geben."
Und so schließt sich der Kreis. Nach "Werden" und "Gründen" gelte es nun mit Kreativität und Geschwisterlichkeit den weiteren "Wachstumsprozess" gemeinsam zu gestalten. Dabei steht die neue Pfarrei Sankt Margareta nicht für Gleichmacherei oder Zentralismus: „Die Vielfalt und die Kulturen der fünf Gemeinden werden bleiben, um den Glauben zukunftsfähig zu machen", so der Bischof.

Mariana Kuhn, Öffentlichkeitsausschuss